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Warum sieht mein Ausdruck nicht aus wie mein Monitorbild?

Vergleicht man Bilder auf dem PC-Monitor mit deren Ausgaben auf z. B. Inkjet-Druckern, erkennt man Unterschiede. Worin liegt die Ursache? Eigentlich wünscht man sich, dass das Monitorbild der Ausgabe entspricht, getreu dem Motto: „What you see is what you get“ (WYSIWYG).

Der Ursprung des Problems liegt in den völlig verschiedenen Farbwiedergabemethoden begründet: Der Monitor arbeitet im sogenannten additiven RGBFarbraum (R=Rot, G=Grün, B=Blau), ein Drucker hingegen im subtraktiven CMYKFarbraum (C=Cyan, M=Magenta, Y=Yellow, K=Key/Black). Allein an der Anzahl der verwendeten Grundfarben kann man erkennen, dass dies zu Darstellungsunterschieden führen muss.

Warum werden aus drei plötzlich vier Farben?

Abb. 1: Mischung der drei additiven Grundfarben RGB ergibt WeißAdditive Farbmischung

Ein Monitor arbeitet wie eine aktive Lichtquelle und ist daher ein sogenannter Selbstleuchter. Zur Erzeugung von Farben arbeitet er mit der Mischung von unterschiedlich farbigem Licht. Jeweils die volle Helligkeit der drei additiven Grundfarben R, G und B wird vom Auge in der Summe als Weiß wahrgenommen. Bei gleicher, aber nicht maximaler, Intensität entstehen Grautöne. Bei unterschiedlich kombinierten Intensitäten mischen sie sich additiv zu unendlich vielen verschiedenen Farben. Aus diesem Grund wird das System als additives Farbmischsystem bezeichnet. Man redet hier von sogenannten Lichtfarben.

Abbildung rechts: Mischung der drei additiven Grundfarben RGB ergibt Weiß.

Von additiven Farbsystemen spricht man, wenn Licht in verschiedenen Farben abgegeben wird. So arbeiten z. B. Fernseher, Monitore, Scanner, Digitalkameras und Projektoren.

Abb. 2: Schaltet man farbige Lichtquellen zusammen, erhöht sich die HelligkeitSelbstversuch

Nehmen Sie zwei Taschenlampen und richten sie das Licht auf dieselbe Fläche. Das Ergebnis ist eine heller beleuchtete Fläche, als wenn sie nur von einer Lampe bestrahlt werden würde. Das Licht addiert sich. Dies ist immer noch der Fall, wenn Sie nun vor eine der Lampen einen roten Filter setzen und vor die andere einen grünen. Das entstehende Licht ist auch in diesem Fall heller, allerdings gelb. Natürlich funktioniert es auch, wenn Sie nun eine dritte Lampe mit einem blauen Filter versehen würden. Alle drei zusammen addieren sich zu Weiß. 

Abbildung links: Schaltet man farbige Lichtquellen zusammen, erhöht sich die Helligkeit.

 

Wie erzeugt man nun ein farbiges Abbild des RGB-Lichtbildes?

Subtraktive Farbmischung

Da der Drucker keine Lichtquellen besitzt, muss er aus einem weißen Untergrund durch Einfärben ein farbiges Bild erzeugen.

In diesem Fall arbeiten also die Druckerfarben als Lichtfilter für das einfallende weiße Licht. Je mehr Farbe der Drucker auf das Papier aufträgt, desto dunkler wird das reflektierte Licht und damit die wiedergegebene Farbe. Aus diesem Grund spricht man von subtraktiver Farbmischung.

Die verwendeten Farben heißen Cyan, Magenta und Gelb. Ihre Mischungen werden zu den im additiven Verfahren genutzten Farben: Rot (Magenta + Gelb), Grün (Cyan + Gelb) sowie Blau (Cyan + Magenta) und werden aus diesem Grund auch Komplementärfarben genannt.

Abb. 3: Jede Fläche absorbiert verschiedene Lichtanteile
Abbildung oben: Jede Fläche absorbiert verschiedene Lichtanteile.

Theoretisch müsste CMY übereinander gedruckt dem weißen Licht soviel Helligkeit entziehen, dass Schwarz erzeugt wird. Druckfarben sind aber leider nicht ideal und können deshalb nicht das gesamte sichtbare Licht ausfiltern. Ein Teil wird immer noch reflektiert.

Abb. 4: Mischung der drei subtraktiven Grundfarben CMY ergibt theoretisch SchwarzDas Ergebnis ist deshalb kein Schwarz, sondern ein schmutziges Dunkelbraun. Aus diesem Grund wird den drei Grundfarben noch eine schwarze Druckfarbe hinzugefügt, welche als K benannt wird. Sie wird nicht als Black bezeichnet, da es sonst mit Blau Unterscheidungsprobleme geben könnte. K steht für „key = Schlüssel“, da das Schwarz im Druckprozess eine Schlüsselposition einnimmt. Mit Schwarz erreicht ein Foto erst seine Tiefenwirkung. Nur mit Schwarz erzielt man dunkle Schattenbereiche, die stark zur räumlichen Wahrnehmung beitragen. Zudem ist das Schwarz für die Schriftwiedergabe sehr wichtig.

Abbildung rechts: Mischung der drei subtraktiven Grundfarben CMY ergibt theoretisch Schwarz.

Die subtraktive Farbmischung findet man bei allen Ausgabegeräten wie z. B. Inkjet-Druckern, Laserdruckern oder Offset-Druckmaschinen.

Obwohl moderne Drucker heute mehr Druckfarben als CMYK nutzen, gilt aber immer noch das Prinzip, dem Licht Helligkeit zu entziehen. Diese Unterschiede zwischen Monitor und Drucker erklären aber noch nicht vollständig die Abweichung vom Prinzip WYSIWYG. Leider sind die beiden Farbräume, die sich aus den jeweils darstellbaren Farben
der Mischsysteme ergeben, nicht identisch in Größe und Lage. Der CMYKFarbraum der subtraktiven Mischung ist
kleiner als der RGB-Farbraum der additiven Mischung. Es gibt in digitalen Aufnahmen und am Monitor deshalb
Farben, die mit dem Drucker nicht dargestellt werden können.

Abb. 5: Vergleich des additiven sRGBFarbraums (Gitter) mit des subtraktiven ISOCoated_v2_eci- FarbraumsVerschiebungen in der Farbwiedergabe sind unvermeidbar. Allein durch die Betrachtung eines RGB-, und eines CMYKFarbraums lässt sich aus dem Größenunterschied und der Lage schon erkennen, dass keine Übereinstimmung der Farbdarstellung möglich ist.

Beispielhaft ist dieses der Abbildung rechts zu entnehmen. Vergleich des additiven sRGBFarbraums (Gitter) mit des subtraktiven ISOCoated_v2_eci- Farbraums.

Erschwerend für den Anwender ist auch, dass sich für beide Farbsysteme kein eindeutiger Standard etabliert hat. Das heißt, dass unterschiedliche Geräte Farben nicht gleich „sehen“ (z. B. wegen unterschiedlicher Abtastsysteme oder unterschiedlicher Anzahl an Druckfarben). Verschiedene Monitore zeigen deshalb dieselbe Bilddatei nicht gleich an und unterschiedliche Drucker ergeben unterschiedliche Ausdrucke von ein und derselben Bilddatei.

Nach diesen Betrachtungen sollte deutlich sein, dass es wegen physikalischer Gesetze schier unmöglich ist, dass der Druck mit dem Monitor übereinstimmt! Um trotz dieses Umstandes die Ausdrucke zu bekommen, die man sich vorstellt, setzt an diesem Punkt nun das sogenannte Colormanagement an. Durch verschiedene Möglichkeiten versucht es, das Ergebnis des Ausdrucks auf dem Monitor zu simulieren.

Colormanagement

versucht also das WYSIWYG-Prinzip auf das WYSIWYP (= What You See Is What You Print)-Prinzip zu erweitern.

Zuletzt aktualisiert am 25.03.2011 von Andreas Braun.

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